Seltenheit übt eine ganz eigene Faszination aus - besonders in der Welt der Luftfahrt. Die Flugzeuge, die wir heute unter die Lupe nehmen, sind nicht nur außergewöhnlich, sondern auch echte Einzelgänger: Von jedem gibt es genau ein Exemplar.
Bei einigen handelte es sich um reine Versuchsträger oder Technologie-Versuchsflugzeuge - da war die Beschränkung auf ein einziges Flugzeug von Anfang an Teil des Plans. Bei anderen deutet die Einzigartigkeit eher auf ehrgeizige Projekte hin, die frühzeitig scheiterten. Wie auch immer es dazu kam, jedes dieser Flugzeuge hat eine faszinierende Geschichte:
10: MiG 1.44

In dem Film „Firefox“ aus dem Jahr 1982 spielt Clint Eastwood einen Piloten, der tief in der Sowjetunion eine waghalsige Mission zu erfüllen hat: Er soll ein hochmodernes sowjetisches Kampfflugzeug finden und stehlen. Die „Firefox“ existierte nicht wirklich, aber ihr reales Gegenstück war das exotische Mikojan-Projekt 1.44.
Das Flugzeug hatte eine Haifischnase, die auf einem riesigen rampenartigen Lufteinlass saß. Das Flugzeug sah beeindruckend muskulös aus. Es sollte Geschwindigkeiten von Mach 2,35 erreichen können. Die endgültige Kampfflugzeugversion, die 1.42, sollte in ihrem inneren Frachtraum ein Arsenal von hochentwickelten Raketen tragen.
10: MiG 1.44

Mit der MiG sollten Technologien für ein fortschrittliches taktisches Kampfflugzeug erprobt werden. Doch als die 1.44 im Jahr 2000 flog, war die Sowjetunion bereits untergegangen. Das neue Russland, das in den 1990er Jahren große wirtschaftliche Schwierigkeiten hatte, konnte sich ein solches Projekt nicht leisten, und es gab große Zweifel, ob es überhaupt noch sinnvoll war.
Das Projekt wurde eingestellt und das einzige Exemplar des Flugzeugs sollte nur zweimal fliegen. Der erste Flug dauerte 18 Minuten, der zweite 22 Minuten, sodass der enorme Konstruktionsaufwand nur 40 Minuten Flugzeit einbrachte.
9: Sukhoi Su-47 (S-37)

War die 1.44 schon exotisch, so war die Sukhoi S-37 noch exotischer. Mit ihrem schwarzen Anstrich und den ungewöhnlich nach vorne gepfeilten Tragflächen wirkte sie geradezu bedrohlich. Während die MiG 1.44 unter schlechter Publicity litt, war die S-37 eine Art „Rockstar“ und erfreute sich in der russischen Öffentlichkeit weitaus größerer Bekanntheit und Beliebtheit.
In der UdSSR hatte man schon seit vielen Jahren über nach vorne gepfeilte Tragflächen nachgedacht. Diese boten zahlreiche Vorteile, unter anderem eine bessere Manövrierfähigkeit. Außerdem erleichterten sie den Bau eines inneren Waffenraums, den die Kampfflugzeugversion der S-37 (später Su-47 Berkut genannt) mit verbesserten Tarnkappeneigenschaften erhalten sollte.
9: Sukhoi Su-47 (S-37)

Die einzige S-37 flog am 25. September 1997. Obwohl nur ein Exemplar gebaut wurde, sicherte ihr bedrohliches Aussehen ihr einen festen Platz in der Ruhmeshalle der von Enthusiasten geliebten Flugzeuge. Sie diente als Testplattform für fortschrittliche Technologien, die später in andere Sukhoi-Konstruktionen, insbesondere die Su-35 und Su-57, integriert wurden.

















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