Hubschraubern haftet oft ein zweifelhafter Ruf in puncto Sicherheit und Leistungsfähigkeit an – meist zu Unrecht.
Die folgende Liste zeigt jedoch zehn Modelle, die tatsächlich problematisch waren: Sei es durch grundlegende Konstruktionsfehler, den Einsatz in ungeeigneten Aufgabenbereichen oder zu ambitionierte technische Ziele.
Allerdings muss man fairerweise auch erwähnen: Einige dieser Hubschrauber waren ihrer Zeit weit voraus und leisteten wichtige Pionierarbeit bei der Entwicklung neuer Technologien. Auch aus Fehlschlägen lässt sich lernen – wie diese Top 10 der problematischsten Hubschrauber-Konstruktionen zeigt:
10: Petróczy, Kármán und Žurovec

Heute sind sie vom modernen Kriegsschauplatz nicht mehr wegzudenken: Kleine, von Rotoren angetriebene Drohnen, die neben Angriffsaufgaben vor allem der Aufklärung dienen. Dass diese grundlegende Idee bereits vor über einem Jahrhundert geboren wurde, dürfte viele überraschen – auch wenn es noch Jahrzehnte dauern sollte, bis die Technologie ausreifte.
Die Ingenieure Petróczy, Kármán und Žurovec waren ihrer Zeit weit voraus, als sie während des Ersten Weltkriegs für Österreich-Ungarn an der Entwicklung von Beobachtungshubschraubern arbeiteten. Damals verließ man sich bei der Luftaufklärung hauptsächlich auf Ballons. Diese waren jedoch mit hochentzündlichem Wasserstoff gefüllt und stellten somit eine große Gefahr dar. Die drei Pioniere waren überzeugt, eine sicherere und effektivere Alternative entwickeln zu können.
10: Petróczy, Kármán und Žurovec

Um das gefürchtete Drehmoment auszugleichen, das jeden Hubschrauber zum Rotieren bringen würde, setzten die Konstrukteure auf zwei gegenläufige Rotoren. Der erste Prototyp PKZ-1 wurde von einem einzelnen Austro-Daimler-Elektromotor angetrieben. Beim Nachfolgemodell PKZ-2 verbaute man zunächst drei Gnome-Umlaufmotoren mit jeweils 100 PS. Als sich diese Motorisierung als zu schwach erwies, rüstete man auf stärkere Le Rhône-Umlaufmotoren mit je 120 PS um.
Das Schicksal des PKZ-2 sollte sich am 10. Juni 1918 bei einer offiziellen Vorführung entscheiden. Ingenieur Žurovec hatte bereits im Vorfeld Bedenken bezüglich der Zuverlässigkeit der Le Rhône-Motoren geäußert – und behielt damit Recht: Als die Motoren während der Demonstration ausfielen, gerieten die Männer, die die Halteseile des gefesselten Hubschraubers bedienten, in Panik. Bei der folgenden harten Landung wurde das Fluggerät schwer beschädigt, die Rotoren brachen ab.
9: Hiller YH-32 Hornet

Eine revolutionäre, wenn auch problematische Innovation brachte die Konstruktion der Hornet: Statt des üblichen Antriebssystems aus Getriebe und Kolbenmotoren setzte man hier auf Staustrahltriebwerke an den Rotorspitzen. Diese extrem leichte Lösung – jedes der beiden Triebwerke wog gerade einmal 5,9 kg bei einer Leistung von 90 PS – versprach eine deutliche Vereinfachung der Konstruktion.
Staustrahltriebwerke sind die einfachste Form des Düsenantriebs, da sie allein die Geschwindigkeit der einströmenden Luft zur Schuberzeugung nutzen und ohne bewegliche Teile wie Turbinen auskommen. Allerdings haben sie zwei gravierende Nachteile: Sie sind ohrenbetäubend laut und extrem durstig im Kraftstoffverbrauch. Obwohl die dadurch stark eingeschränkte Reichweite den H-32 für militärische Zwecke weitgehend unbrauchbar machte, leistete er dennoch einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der amerikanischen Hubschraubertechnik.


















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