Um die Grenzen der Luft- und Raumfahrttechnologie zu erweitern, sind Vorstellungskraft und Risikobereitschaft erforderlich.
Während viele Experimentalflugzeuge kritische neue Konzepte testeten, widerlegten andere schreckliche Ideen erfolgreich. Diese oft bizarr aussehenden Maschinen bieten einen faszinierenden Einblick in die gefährliche Welt der Experimentalflugzeuge.
10: Bartini Beriev VVA-14

In Stalins Terrorstaat war der Beruf des Flugzeugkonstrukteurs gefährlich – ein ausländischer Flugzeugkonstrukteur zu sein, war jedoch noch gefährlicher. 1938 begann der in Kroatien geborene Robert Bartini eine achtjährige Haftstrafe. Obwohl er den Zweiten Weltkrieg im Gefängnis verbrachte, leistete er enorm viel Arbeit, insbesondere am Tu-2-Bomber. Bartini schlug auch den A-57 vor, einen strategischen Langstreckenbomber, der auf dem Wasser landen und von einem U-Boot aus betankt werden konnte.
Bartini wurde einer der wichtigsten sowjetischen Flugzeugkonstrukteure und überlebte, um die außergewöhnliche VVA-14 zu entwickeln, die der Bedrohung durch Polaris-Raketen-U-Boote entgegenwirken sollte. Dabei handelte es sich um ein Flugzeug, das auf rezirkulierter Luft sitzt, die sich in extrem niedrigen Höhen unter den Tragflächen bildet.
10: Bartini Beriev VVA-14

Das Fahrzeug konnte sowohl zu Lande als auch zu Wasser starten. Es war in der Lage, in extrem niedriger Höhe zu fliegen und große Lasten zu transportieren. Es konnte aber auch in größeren Höhen wie ein echtes Flugzeug fliegen.
Das ursprüngliche M1 diente als Testobjekt für Aerodynamik und Technologie. Das M2 sollte über eine Batterie aus zwölf Triebwerken verfügen, um eine vollständige vertikale Start- und Landefähigkeit zu gewährleisten. Bartini starb 1974 und damit auch der Schwung, der das Projekt antrieb. Die VVA-14 wurde nie in Dienst gestellt.
9: Deutsche Forschungsanstalt für Segelflug DFS 346

Als der Zweite Weltkrieg zu Ende ging, wurde den Flugzeugkonstrukteuren in Deutschland klar, dass die wichtigsten Frontkämpfer auf Entwürfen aus den 1930er-Jahren basierten. Sie begannen daraufhin, in einem regelrechten Kreativitätsrausch neue Konzepte und Formen zu entwickeln. Eines davon war die DFS 346.
Die 346 sollte den Überschall erreichen, noch bevor man wusste, was das bedeutet. Daher hatte sie einen stark gepfeilten Flügel und der Pilot saß in einer verglasten Nase in Bauchlage, um bei hohen Geschwindigkeiten bei Bewusstsein zu bleiben. Windkanaltests zeigten jedoch gefährliche aerodynamische Mängel.
9: Deutsche Forschungsanstalt für Segelflug DFS 346

Die Sowjets beschlossen, das Flugzeug nach dem Krieg trotzdem zu testen. Beim ersten Gleitflug, abgeworfen von einem Trägerflugzeug (siehe vorheriges Foto), hatte Testpilot Wolfgang Ziese große Mühe, die widerspenstige 346 unter Kontrolle zu halten. Er verlor schnell an Höhe und schlug bei der Landung mit dem Gesicht gegen die Cockpithaube. Die unmotorisierte Erprobung wurde bis 1951 fortgesetzt – etwa drei Jahre nachdem ein sowjetisches Eigenmodell bereits Überschallgeschwindigkeit erreicht hatte.

















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