Großbritannien hat im Laufe der Jahrzehnte einige der bemerkenswertesten Kampfflugzeuge der Welt entwickelt.
Doch neben den Designs, die wirklich abhoben, gab es auch eine ganze Reihe vielversprechender Entwürfe, die es nie über den Prototypenstatus hinaus schafften. Manche waren ihrer Zeit technisch weit voraus, andere schlicht zur falschen Zeit am falschen Ort und wieder andere wurden durch Budgetkürzungen, politische Richtungswechsel oder technische Herausforderungen ausgebremst.
Was sie alle eint: Sie geben faszinierende Einblicke in das, was hätte sein können. Hier sind zehn von ihnen:
10: British Aerospace P.125

Wenn es um Tarnkappentechnologie geht, denkt man meist zuerst an die USA. Doch schon in den 1960er-Jahren experimentierte auch Großbritannien mit radarabsorbierenden Materialien. Später entstand sogar eine eigene Testplattform auf Weltklasseniveau, bekannt als „Replica“.
Doch lange vor Replica war da noch ein anderes, hochgeheimes Projekt: die British Aerospace P.125. In den 1980er-Jahren entwickelt, war die Studie so sensibel, dass sie erst 2006 offiziell bekannt wurde.
Die P.125 war als getarntes Überschall-Angriffsflugzeug konzipiert – eine Art Stealth-Nachfolger für den Tornado. Geplant waren zwei Varianten: Eine konventionell startende und landende Version sowie eine mit Kurzstart- und Senkrechtlandefähigkeit (V/STOL).
10: British Aerospace P.125

In mancher Hinsicht war die P.125 ehrgeiziger als die F-35B von Lockheed Martin: Das Flugzeug sollte keine Cockpitfenster haben. Stattdessen war der Pilot liegend in digitale Anzeigen eingebettet und nahm die Außenwelt nur noch über Bildschirme wahr. Es ist wahrscheinlich, dass dieser gewaltige Abfangjäger für das Radar noch weniger sichtbar gewesen wäre als die F-35.
Obwohl das Projekt aus den 1980er-Jahren stammt, erinnern viele seiner unauffälligen Merkmale an die neuesten Kampfflugzeuge von heute. Das Projekt wurde eingestellt, als Großbritannien 1995 dem F-35-Programm beitrat.
9: British Aerospace P.1214-3

Mit den P.1214-Studien wurde versucht, die dem Harrier-Konzept innewohnenden Beschränkungen zu überwinden. Das Pegasus-Triebwerk des Harrier mit seinem lenkbaren Schub verleiht dem Harrier die Fähigkeit, senkrecht zu starten und zu landen - und sogar rückwärts zu fliegen. Leider kann man an einem Pegasus-Triebwerk keine herkömmlichen Nachbrenner anbringen, und bei einem Harrier würden sie das Flugzeug in Brand setzen.
9: British Aerospace P.1214-3

Das ist schade, denn ein Harrier benötigt dringend Schub beim Start und könnte auch einen anständigen Hochgeschwindigkeitssprung absolvieren. Konventionelle Nachbrenner kommen zwar nicht infrage, aber man könnte die Plenumkammerverbrennung nutzen. Dabei wird zusätzlicher Kraftstoff in die kalte Bypass-Luft des Triebwerks eingespritzt und gezündet.
8: Saunders-Roe SR.A/1 (1947)

Das Flugzeug wurde Mitte 1943 erstmals vorgeschlagen, da die Kombination aus der Geschwindigkeit von Strahltriebwerken und der Flexibilität eines Flugbootes im Pazifikkrieg als vorteilhaft angesehen wurde. Die Entwicklung verlief jedoch langsam, sodass das Flugzeug erst am 16. Juli 1947 seinen Erstflug absolvierte.















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